12.09.2017 Rückflug

Obwohl der Flieger erst um 16:05 Uhr planmäßig abheben sollte, war ich vorher gut beschäftigt – man glaubt nicht, was sich in 5 Wochen in nur zwei Räumen so alles ansammelt. Alles verpacken oder /und einpacken – puh. Dann kam ja noch die lange Fahrt – und eigentlich hatte ich gar keine Lust dazu.

Aber irgendwann muss es ja sein und so kann man sich auch schon wieder auf das nächste mal freuen…

Der Pilot meiner Germania Maschine verwöhnte zum Abschluß noch mit einer tollen Flugroute.

11.09.2017 Kastrovouni

Nie gehört, hätte ich noch vor ein paar Tagen gesagt. Aber in Ermangelung neuer Wanderideen bin ich einigermaßen systematisch auf meiner offline gespeicherten Open-Street-Map Karte von Samos auf die Suche nach mir noch unbekannten Wegen gegangen. Nachdem in den meisten Ecken eher weniger eingepflegt ist als mir selbst bekannt ist, war ich überrascht, einen relativ langen Wanderpfad von Kondakeika aus, auf einen mir unbekannten Berg zu finden. Das weckte mein Interesse, denn anscheinend gab es dort nichts als den Weg und evtl. eine gute Aussicht – keine Kapelle, keine Taverne, kein Wasserfall – einfach nichts! Das ist für hiesige Verhältnisse sehr seltsam. Ich tippte dann noch auf Militär, aber da wäre der Weg nicht in OSM eingetragen.

Also hin und nachschauen.

Als ich den Berg sah, fiel mir auch ein, dass ich ihn schon tausendmal gesehen hatte. Von Ydroussa aus, von Karlovasis (z. B. erst gestern) oder von der Küstenstraße aus. Er ist nicht zu übersehen. Ich wäre aber aufgrund des felsigen Äußeren bisher nie auf die Idee gekommen, dass dort ein Wanderweg hoch geht. Noch dazu weiß ich von der Ydroussa-Waldkapellenwanderung, dass es dort oben vor ein paar Jahren gebrannt hat. Das sind keine guten Voraussetzungen für einen Wanderweg.

Geparkt wurde das Vehikel am abenteuerlich über eine Betonrampe erreichbaren Dorfparklatz – oder besser gesagt kurz davor, weil mir die ungesicherte Rampe wieder mal nicht geheuer war…

Der Weg geht erstmal zum Friedhof und schraubt sich dann, bald als Staubstraße, weiter den Hang hoch. Plötzlich steht man am Fuß des Berges an einer Kreuzung die es in den Karten nicht gibt. Ich vermute es geht hier rechts weiter in den Wald über Ydroussa. Mein Weg geht sowieso links, noch ein wenig hoch und dann laut Karte scharf rechts den Hang hoch. So war es auch, mit Steinmännchen und roten Hinweisen markiert. Der Einstieg sah recht vielversprechend aus und ich dachte mir, wenn das so weitergeht wird das heute nichts mit dem Berg.

Doch es ging überraschend gut weiter. Der Weg war bis zu einem größeren Sattel mit schon guter Aussicht hervorragend ausgeputzt, nicht zu kletterig und ganz toll markiert.

Ich fragte mich ständig, was Einheimische bewegt einen solchen Weg zu pflegen? Normalerweise stößt man auf Unverständnis wenn man nach einen Monopati fragt und hier einfach den Berg hoch, ohne Ziel? Merkwürdig.

Auf jeden Fall gewinnt man schnell an Höhe und so ungefähr ab 500 Meter über dem Meer kommen ganz viele Herbstzeitlose zum Vorschein.

Die Aussicht in die Umgebung wird auch immer besser. Dann kommt ein Aussichtspunkt, wo dem fleißigen Wanderer die schier endlosen Staubstraßen hinter Ydroussa zu Füßen liegen.

Ab dieser Stelle ist der Weg nicht mehr gut markiert, tausend Ziegenfüße trampelten schon mal alles kurz und klein und der Waldbrand tat sein übriges um dem Wanderer den weiteren Aufstieg schwer zu machen.

Umso mehr Baumzombies erscheinen umso steiler wird nun der Hang.

Gut, dass die „untoten“ Bäume noch recht fest stehen, so kann man sie als Aufstiegs- bzw. Kletterhilfe benutzen.

Die Kapelle ist hier recht mickrig ausgefallen und besteht eigentlich nur aus einer Kiste mit montiertem Kreuz, ein paar gemalten Kreuze an den Felsen und einem Steinkreuz.

Für mich als Rastplatz hats gereicht. Von hier bin ich dann ohne Rucksack bis zum Gipfel geklettert. Die Aussicht war fantastisch. Das hätte ich so nicht erwartet. Die Mühe lohnte sich also!

Die Küstenstraße sieht von hier oben aus wie aus einem Flugzeug betrachtet.

Da es zwischenzeitlich schon fast 17 Uhr war, wollte ich einfach nur wieder heil runter. Ich konnte überhaupt nicht einschätzen wie lange das dauert, da ich nach oben schon sehr viel schauen musste um eine gute Route zu finden.

Obwohl ich normalerweise gerade beim bergab Klettern absolut kein Held bin, ging es trotzdem erschreckend gut. Ich wäre im Elan fast am deponieren Rucksack vorbei gerutscht und hätte mein Mittagessen verpasst – aber halt nur fast 😉

Danach gings noch besser und so war ich schon um 18 Uhr wieder am Schotterwegeinstieg angekommen – nach oben hatte ich deutlich länger gebraucht.

Wieder am Auto angekommen bin ich erstmal die Küstenstraße ein Stück gefahren um mir das geleistete auch von unten anzuschauen.

Sehr seltsam bleibt trotzdem, warum auf Samos ein solcher Weg existiert. Aber es ist gut so und er wurde von mir bestimmt nicht das letzte Mal benutzt!

Wenn man einen Nachmittag zur Verfügung hat, die Höhenmeter nichts ausmachen und man gerne ein wenig klettert, ist das die ideale Beschäftigung.

10.09.2017 Karlovasis – Ag. Adonios – Leka – Ayios Ioannis Kloster (Tour 11+)

Eigentlich DIE Looserrunde für mich, da nur 9 km und ohne Highlights… So höre ich mich noch reden, als Kerstin das irgendwann (eigentlich in jedem Urlaub ;-)) vorgeschlagen hatte.

Nun mache ich das freiwillig und bin aufgrund der momentanen Wetterverhältnisse trotzdem reichlich geschafft. Gut, ich habe trotz spätem Start auch noch Zeit danach zum Strand zu gehen, aber das war nach der Saunatour heute auch nötig…

Es war schwül, sehr schwül, eigentlich schon nass bevor man sich bewegte. Ätzend! Dazu gehe ich in die Karibik (vielleicht nicht gerade jetzt) oder nach Hawaii…

Kein Lüftchen bewegte das ölig aussehende Wasser um die Insel.

Eigentlich ein Tag um mit einem kühlen Bier auf der Terrasse im Schatten zu bleiben – aber das hatte ich ja gestern erst.

Also bin ich nach Karlovasis gefahren und habe am neuen Hafen geparkt. Der Treppenweg nach Neo Karlovasi ist ganz neu ausgeputzt. Ich hatte den noch total zugewuchert in Erinnerung – aber vielleicht ist das ja auch schon eine Weile her…

Die von weitem, vor allem bei Nacht sichtbare aber sehr kitschige Ag. Triada ist immer wieder einen Abstecher wert, da man eine tolle Aussicht auf die Karlovasis hat. Von dort versteht man auch warum da die Mehrzahl genannt wird, denn Karlovasi besteht aus vielen, für sich abgeschlossenen Stadtteilen, die alle ein eigenes Dorf sein könnten.

Nach dem Dorfplatz (ich glaube Neo Karlovasi?) kommt man auch schnell zum Spielplatz mit der schönsten Aussicht auf der Insel – leider verwahrlost der, wie viele andere Spielplätzen hier auch, jedes Jahr ein wenig mehr – aktuell wird er als Moped Parkplatz benutzt, das verdorte Gras steht selbst einem Erwachsenen hüfthoch und die Spielgeräte sind größtenteils schrottreif – Schade!

Man verlässt sich wahrscheinlich auch in diesem Fall auf „die Gemeinde“ die schließlich in der Verantwortung ist das zu richten – genauso wie die Straßen und vieles andere. Nur woher soll die denn Geld haben, wenn sich alle bei jeder nur erdenklichen Möglichkeit darum drücken Steuern zu zahlen? Eigentlich wird hier ja fast alles in „Nachbarschaftshilfe“ erledigt, nur für die Allgemeinheit bleibt dann halt nichts mehr übrig, aber komischerweise warten da alle darauf – oder wollen es zumindest den ausländischen Touris weismachen.

Nicht egal (die Spielplätze sind sicher nicht das drängenden Problem auf der Insel…) , aber ich bin trotzdem weiter auf meiner Tour gelaufen.

An der hübschen Felsenkapelle sieht man einmal mehr, dass man es hier „bunt“ mag. Sie hat zwei verschiedenartige Fensterrahmen.

Kurz danach kann man links ein Stück den Schotterweg abkürzen (grüner Punkt) um etwas schneller zur einzigen, mir bekannten, echten Höhlenkapelle auf der Insel zu kommen. In allen anderen Höhlenkapellen steht eine Kapelle in einer Höhle, hier ist die Höhle die Kapelle!

Nach dem Besuch kann man einen kleinen Pfad zur nächsten Kapelle auf der Tour nehmen und muss nicht wieder zurück laufen. Oder sollte ich lieber „konnte“ schreiben? Seit ein paar Jahren ist nämlich der kleine Pfad durch einen unsinnigen Schotterweg zerteilt. Nachdem das erste Stück bis zum Schotterweg noch ganz gut geht, ist der Aufstieg zur nächsten Kapelle leider ganz zugewachsen und nur für kratzfestes Publikum geeignet. Ich habs geschafft, aber nicht ohne fluchen.

Leider wurde der riesigen Kapellenplatane vor vielen Jahren das Wasser abgegraben – der zugehörige Brunnen ist schon lange trocken, so dass von dem einst imposanten Baum nur noch ein kümmerlicher Rest übrig ist. Wir haben es noch gesehen, dass in dem Quellbecken Wasser stand, aber das hat sicher jemand viel dringender gebraucht und wird irgendwohin abgeleitet…

Im weiteren Verlauf des Wegs geht man durch das kleine Waldbrandgebiet von „ich weiß nicht mehr“ – ich habe langsam den Überblick verloren wie oft es hier brennt, aber es ist leider überall das Gleiche, werden Fußwege in Mitleidenschaft gezogen, lässt man es einfach so, betrifft es Straßen wird sofort aufgeräumt – so leider auch hier geschehen. Das Gras steht hoch, die Steine sind gefährliche Stolperstellen, weil fast unsichtbar, und die abgebrannten Bäume drohen einem in jedem Moment zu erschlagen. Nun gut, der Abschnitt ist kurz, aber trotzdem nervig.

Der Aussichtspunkt oberhalb des Potami-Kastros ist dann ein schöner Rastplatz. Hier kann man das freibadartige Treiben am Potamistrand gut mitverfolgen.

Direkt hinterm Bauernhof bin ich an der zugehörigen Kapelle heute ins Potami Tal abgestiegen, weil ich unten noch eine Kapelle, die ich nicht kannte besuchen wollte.

Hier die Bauernhofkapelle:

… und hier das idyllische Plätzchen mit Kapelle am Bach:

Vor allem innen beeindruckte mich diese Kirche.

Am weiteren Weg kommt man fast nach Leka, welches man so, mit mehr Zeit, einfach erkunden könnte.

Gleich hinter Leka hat ein Witzbold etliche Rasensprenger in seinem Olivenhain aufgestellt, die in der Nachmittagshitze alle gelaufen sind. Sein Rasen ist deshalb zwar grün, aber für englischen Parkrasen muss er sich noch ein wenig anstrengen.

Ein tolles Autowrack am Weg muss ich jedesmal wieder fotografieren. Eigentlich sollte ich hier mal eine Serie der Veränderungen machen.

Vom Kloster aus wird der zuerst schmale Kalderimi immer schlechter, erst ist es mehr ein Bachbett, dann eher für die sieben Zwerge ohne Schneewittchen geeignet, weil die Vegetation von oben schon sehr drückt.

Weiter unten wird er breit und gut begehbar.

Der ulkig angesägte Baum vom letzten Jahr hat den Winter überlebt und steht immer noch:

Dann gings zurück zum Auto und über den Berg zum Psili Amos um mich, wie oben schon erwähnt vom Saunagang zu erholen… 😉

Das war aber auch nur in tieferen Schichten erfrischend, weil darüber die von der Sonne aufgeheizt warme Pampe wabberte…

09.09.2017 Ruhetag – Füße ausruhen

Heute habe ich fast alle noch nicht geschriebenen Berichte der letzten Tage nachgeholt – nachdem ich nach dem Flüchtlingslager vom Dienstag eigentlich überhaupt keine Lust mehr hatte irgendetwas zu schreiben…

Aber meine Füße brauchten eine Auszeit…

08.09.2017 Votsalakia – Kloster Evangelistra – Vigla – Prof. Ilias – Denkmal am Pass – Marathokampos

07.09.2017 Ambelos – Ag. Pandeleimonas Kapelle – Karvounis – Stavrinides

Ich wollte noch unbedingt zur schönsten Steineiche und auf den Karvounis.

Bei der Wanderung 29 kommt man von Ampelos aus an der Eiche vorbei und zur Höhenstraße. Es ist zwar eigentlich erstmal die falsche Richtung, aber dafür hat man schon einiges an Höhenmetern geschafft.

In Ampelos geht es stetig steil im Dorf hoch.

Bald geht der weitere Aufstieg auf einem kleinen Pfad weiter.

Dieser tolle Weg endet leider schnell an einer Staubstraße, auf der es in vielen Serpentinen weiter noch oben geht. Eine Abkürzungsmöglichkeit gibt es zwar zwischendurch, die ist aber so stark zugewachsen, dass es darauf eher langsamer gegangen ist. Ich hatte mich teilweise so in den Dornen verfangen, dass ich mir vorkam wie die Fliege im Spinnennetz – jede Bewegung führte dazu, dass ich mich noch mehr verhedderte – nur mit roher Gewalt, blutigen Armen und lautem Schreien wurde ich wieder frei gelassen. 😉

Irgendwann taucht dann die schöne Steineiche auf. Leider ist der Anblick durch einen Zaun etwas verschandelt worden, aber wer es vorher nicht gesehen hat, dem fällt es sicher gar nicht auf.

Kurz darauf die erste Rast an der Ag. Pandeleimonas auf fast schon 700 Metern über dem Meer. Der Start in Ampelos liegt ungefähr bei 270 Metern.

Auf dem Weg hoch zur Ag. Pandeleimonas kommt man an diesem hübschen Schrott vorbei. So braucht man kaum noch einen Shredder…

Kurz vor der Kapelle beginnt auch die Zone der Maronen. Die vielen Kastanienbäume hängen dick voll mit Früchten und warten nur darauf, daß diese endlich reif sind und abgeworfen werden können. Leider werde ich dieses Jahr nicht mehr in den Genuss kommen, da die Maronen erst in 4-6 Wochen soweit sind.

Bis zur sogenannten Höhenstraße müssen noch einige aussichtsreiche Kurven auf dem Staubweg gemeistert werden.

Dann ist man aber endlich im Wald und im Land der Moose und Flechten.

Wenn ich es nicht im November schon erlebt hätte, könnte ich es mir zur Zeit nur schwer vorstellen, dass hier im Winter alles feucht und kalt ist, da am Nordhang ein halbes Jahr kaum Sonne hin kommt.

Nun geht die Fleißarbeit bis zum Karvounis los. Endlose Staubstraßen ziehen sich auf einer Höhe zwischen 800 und 900 Meter durch den Wald. Manchmal rauf, manchmal runter, aber immer weiter weg von meinem Auto in Ampelos.

Laut Rother Wanderführer soll ca. 15 Minuten nach einem Weinberg in einer scharfen Rechtskurve ein mit Steinmännchen und roten Punkten markierter Weg nach links direkt zum Gipfel führen. Leider zeugt diese Beschreibung schon wieder von schlechter Ortskenntnis, denn erstens ist die Stelle nur ungefähr 5 Minuten hinter den Weinstöcken und die Steinmännchen bzw. roten Punkte sind längst von tausenden Ziegenfüßen zertrampelt worden. Am Hinweg habe ich es dann auch nicht geschafft, obwohl wir dort vor 10 Jahren schon einmal gegangen sind.

So ging ich den Schotterweg weiter um die kleine Nase herum, konnte noch die Brandschäden aus dem Jahr 2000 ausgiebig genießen und war in weiteren 20 Minuten auch am Gipfel.

Die Sicht war durch die trockene Luft gigantisch. Das hatte ich hier oben so auch noch nicht erlebt. Also hatte sich die Mühe jetzt schon gelohnt.

Hier ist dann auch die Idee entstanden, gleich am nächsten Tag auf die Vigla zu gehen und die gute Sicht nochmals zu nutzen. Für die weiteren Tage bis zu meinem Abflug versprach der Wetterbericht nämlich eher weniger Wind und damit diesiges Wetter.

Nach ausgiebiger Pause startete ich den Rückweg auf dem kürzeren aber zeitlich gleichen, direkten Weg. Es gab jedoch keine Steinmännchen und keine Markierungen, dafür aber etliche verschiedene Pfade, die alle von Ziegen gemacht waren. Ich schaffte den Ausstieg auf den Schotterweg trotzdem und konnte am langen Weg bis zur Abzweigung nach Manolates meinen gerade gelegten Fußspuren folgen…

Dann musste ich nur noch die endlosen Serpentinen bis fast hinunter nach Manolates folgen, um zur Abzweigung nach Stavrinides zu gelangen.

Zum Glück verläuft der gesamte Abstieg im Wald und man hat eine gute Aussicht auf die Bergdörfer Vourliotes und Manolates.

Der Wanderweg nach Stavrinides ist in Open-Street-Map als Fahrweg eingezeichnet – wieder so ein Fehler, wenn auch in diesem Fall für mich nicht schlimm. Hier ein Beispiel, dass dort bestimmt nie einer gefahren ist.

Kurz vor Stavrinides trifft man auf den Weinbauern mit der schönen Kapelle und dem unfreundlichen Hund. Der unfreundliche Besitzer wollte mich absolut nicht auf dem eigentlichen Wegverlauf durch seine Ländereien laufen lassen. Da wir das schon länger nicht mehr gemacht hatten und er die von den Nachtigallen angebrachten Markierungen offenbar entfernt hatte, war ich mir natürlich auch nicht sicher, ob es so noch geht und gab zähneknirschend nach. So nahm ich den etwas weiteren Schotterweg und bin dann den eigentlichen Weg rückwärts nochmals hoch zu seinem Acker gelaufen um zu sehen ob das noch möglich ist. Es war natürlich alles wie gewohnt und hinter seinem Grundstück auch wieder markiert. So ein Depp. Aber davon gibt es ja leider reichlich auf der Welt.

Der weitere Weg nach Stavrinides über die große Quelle unter dem Ort war dann schnell erledigt und auf der kleinen Straße nach Ampelos ist ja kein Verkehr, so dass ich da auch gut im Dunkeln laufen konnte.

Insgesamt war die Wanderung mit 29 km und dem großen Höhenunterschied sehr anstrengend. Ob ich das nochmal machen werde weiß ich nicht. Aber schön wars dann doch, wenn man wieder heil zum Auto zurück gekommen ist.

06.09.2017 Peri-8 (Tour 51)

Heute war Herbst! Die Nacht hatte ca. 18 Grad und recht starken Wind. Am Tag gab es durch den heftigen Nordwind nur 27 Grad. Ideal um in die wärmste Ecke zu fahren. Die Tour 51, weit unterhalb von Spartharei, ist landschaftlich herausragend und hat unzählige Kapellen in herrlicher Lage zu bieten.

Leider ist sie nicht touritauglich hin zu bekommen, da man ein Stück über Privatgrund muss um wieder auf einen Schotterweg zu kommen. Noch dazu ist der Verlauf gerade an dieser Stelle schlecht zu finden. Deshalb wird es mit der Veröffentlichung wahrscheinlich nichts – es gibt nämlich keine Alternative. Ich möchte nicht nochmal den gleichen Mist erleben wie auf der Fangri-Runde, dass der Besitzer den Weg blockiert, weil ihm die ziellosen Wegsucher, die alles zertrampeln, zu viel werden…

Aber egal, heute war es schön und alles hat geklappt, obwohl wir hier schon ein paar Jahre nicht mehr waren.

Leider, wie oben schon erwähnt, habe ich trotz langer Suche keine Möglichkeit gefunden ohne ein paar Meter den Privatgrund zu betreten die Tour zu machen.

Los geht es im kleinen Fischer- bzw. Wochenendhaus-Dorf Peri, das man auf teilweise recht abenteuerlicher Betonpiste von Koumaika aus erreicht.

Recht schnell gewinnt man an Höhe und taucht in die Bergwelt unterhalb von Spartharei ein.

Hier gibt es sehr viele Ruinen früherer Besiedlungsversuche zu bestaunen. Trotzdem sind auch viele weitere Häuser benutzt. Warum man die einen verfallen lässt und andere dafür baut, bleibt wohl für den fremden immer ein Geheimnis…

Ein gutes Wegstück lang ist der alte Fahrweg kaum noch sichtbar.

Danach muss man dann, nach einer Kapelle, an diesem Schuppen auf einen Olivenhain und kommt dann hinter einem Haus raus, dessen mit Kette abgesperrte Einfahrt dann begangen werden muss um wieder auf einem Weg zu landen.

Hat man hier erfolgreich erstmal das Meer erreicht, ist Limnonaki nur noch einen kurzen Hügel entfernt.

Der darauf folgende Aufstieg zur Kapelle, die für uns der Startpunkt der Tsopela Wanderung ist, gestaltet sich recht schweißtreibend.

Dort wird der Rückweg angetreten, der jedoch wieder hoch bis auf ca. 300 Meter geht und mehrere Abstecher zu Kapellen beinhaltet.

Schließlich kommt man wieder in Peri an und kann den Sonnenuntergang bewundern.

Von den unzähligen Kapellen am Weg habe ich einige besucht. Hier die Bilder dazu:

05.09.2017 Samos Stadt – Prof. Ilias, Flüchtlingslager, kombiniert mit Tour 15

Nachdem ich den Rest der Familie erfolgreich am Flughafen los geworden bin, konnte ich den restlichen Nachmittag endlich mal richtig Wandern…

Quatsch, aber ich wollte noch zur Sonnenuntergangs Kapelle der Tour 15 und zur Prof. Ilias über Samos Stadt.

Das war dann auch ein ausgefüllter Nachmittag.

Vom Löwenplatz aus geht es endlose Treppen nach oben – von unten sieht man schon das Ziel.

Nach einigem hin und her kommt man an eine Stelle, an der früher mal der Weg weiter bergauf gegangen ist. Nun ist dort jedoch die tiefe Schlucht der Umgehungsstraße, die man bis zur Kapelle auf der anderen Seite überwinden muss.

Von da an geht es erstmal steil, dann gemäßigt immer weiter bergauf der Profits Ilias Kapelle mit den vielen Antennen entgegen. An einem alten Ikonisma auf der linken Seite könnte ein alter Pfad zum Abkürzen der Serpentinen benutzt werden. Der Pfad ist aber schon jahrelang nicht mehr benutzt worden und dementsprechend zugewuchert. Ich habs trotzdem probiert und nach der Hälfte festgestellt, dass ich es lieber nicht getan hätte, aber da war es schon zu spät. Auch der Ausstieg, wieder auf den Schotterweg ist aufgrund des Straßenbaus mehr Geröll-Steilhang als Weg. Aber es war zumindest eine Abwechslung.

An der Staubstraßen-Abzweigung zur Kapelle geht ein kleiner gut sichtbarer Wanderweg direkt hoch, so dass man wenigstens dieses Stück keinen Staub schlucken muss. Der große Steinkegel und die Kapelle sind dann schnell erreicht und die gute Aussicht lässt die Mühe schnell vergessen.

Es ist nur recht schwierig einen guten Platz für ein Foto ohne die Antennen zu finden, dafür öffnet sich auch der Blick auf die Nordostküste mit den kleinen Inselchen.

Bei den Antennen steht wahrscheinlich schon sehr lange das Gerippe eines alten VW.

Nach unten zum Schotterweg bin ich dann schnell gelaufen, aber ich entschied mich für den Rückweg noch um den Berg herum, eine Etage tiefer zu gehen, um bei dieser Kapelle mit der tollen Aussicht vorbei zu schauen, die wir schon viele Jahre nicht mehr besucht hatten:

Ich habe mich bei der weiteren Wegführung auf Open-Street-Map verlassen, dort ist kurz vor Erreichen der Umgehungsstraße ein Schotterweg wieder nach oben auf den Weg zum Flüchtlingslager eingezeichnet. Pustekuchen, das war wohl nichts – diese Straße oder Weg gabs nie. Dort ist ein Feld bzw. ein Zaun mit Stacheldraht und viele Schilder. Der Besitzer ist es wohl leid, wenn man ihm auf der Suche nach dem vermeintlichen Schotterweg durch sein Grundstück trampelt. Also musste ich runter zur Straße, dort ein ganzes Stück entlang und dann wieder an der gleichen Stelle wie zu Beginn der Tour links hoch zur Kapelle und dann zu dem Schotterweg der oberhalb des Flüchtlingslager entlang führt.

So bin ich dann gleich an der Engstelle der Umgehungsstraße vorbei gekommen. Dort ist gleich nach Fertigstellung der Hang abgestürzt, weil man ihn nicht gesichert hatte. Hier ist nun die Straße meterhoch mit Geröll bedeckt – keinen kümmert, kann der wenige Verkehr z.B. zum Krankenhaus oder zum Sportplatz durch die vorhandenen zwei Fahrspuren doch auch abgewickelt werden. Ich frage mich, wieso man die Straße dann überhaupt so groß gebaut hat? Wahrscheinlich gabs nur so die vielen Fördergelder… Es ist schrecklich.

Nun kam das Flüchtlingslager. Ich habe ja schon viel in Zeitungen und im Fernsehen über die Verhältnisse in den griechischen Hotspots gelesen und gesehen – wenn denn überhaupt die Presse zugelassen ist – aber mal selbst zu sehen, wie es dort zu geht ist schon etwas anderes. Bilder habe ich dort keine gemacht. Die Menschen dort sind ja keine Tiere im Zoo.

Mir kamen sofort die ach so armen Hunde und Katzen in den Kopf, um die sich die besorgten mitteleuropäischen Touristen, die sich noch vor dem Besuch auf Samos eifrig erkundigen, ob man denn Flüchtlinge auf Samos sieht, liebevoll und aufopfernd kümmern.

Wenn man hier sieht, wieviel Menschen – übrigens sah ich überwiegend Frauen, Kinder und Jugendliche – hier eingepfercht sind, haben es die streunenden Hunde und die Müllkatzen doch deutlich besser.

Ich habe so lange hier nichts mehr geschrieben, weil ich das gesehene erstmal verdauen musste. Ich weiß eigentlich nicht was ich schreiben soll, aber totschweigen wie die meisten anderen, kann ich das auch nicht.

Wie ich hier in einem Artikel aus Österreich gelesen habe, kam es einen Tag vorher erst zu einem Zwischenfall dort.
diepresse.com

Dort steht auch, dass in dem Lager für eigentlich 700 Personen 2400 untergebracht sind. Das deckt sich mit meinen Beobachtungen beim Vorbeigehen. Zwischen den total überfüllten Baracken ist alles vollgestopft mit normalen, kleinen Campingzelten. Jeder freie Platz ist zugestellt, nur damit die Menschen wenigstens ein Dach über dem Kopf haben. Die können sich kaum bewegen ohne jemandem auf die Füße zu treten. Da wunderte man sich dass die teilweise stark traumatisierten Leute austicken?? Bei uns geht man dagegen wegen Lappalien zum Psychiater.

Ich habe natürlich auch keine Lösung. Die Flüchtlingsströme und die Ursachen auf der ganzen Welt zu bekämpfen ist uferlos und so etwa wie das Böse auf der Welt zu bekämpfen. Man bräuchte auf jeden Fall mehrere Generationen und vor allem eine gute Ausbildung vor Ort. Das wirkt natürlich kurzfristig nicht und umso besser die Bedingungen der Flüchtlinge in Europa sind, umso mehr machen sich auf den Weg – durch die Medien im Internet kann jeder gleich sehen, wie gut es den Menschen hier ja geht. Aber eins weiß ich, so wie hier kann man mit Menschen nicht umgehen und die Heuchelei vor Ort muss aufhören. Man kann nicht so tun als gäbe es diese 2400 Menschen über Samos Stadt nicht.

Wer nicht auf diese schöne Insel kommen will, nur weil es hier Flüchtlinge gibt, der verkennt die geografische Situation. Hier ist nunmal die Außengrenze der EU und wir haben eine gemeinschaftliche Aufgabe das zu regeln. Da sind wir wieder bei den Hunden und Katzen. So wie mit ihren Tieren gehen die Griechen offensichtlich auch mit den Flüchtlingen um – es ist ihnen scheißegal wie die hausen – sie hätten ja nicht kommen müssen.

Das ist so und wird sich bei der Mehrzahl der Menschen hier auch nicht ändern. Ich wünschte mir bloß, dass sich dann wenigstens die wohlhabenden Touris, bevor sie sich um Hunde und Katzen sorgen, erstmal über ihre eigene Spezies Gedanken machen.

Einen Artikel aus der Welt / Kulturteil habe ich auch zum Thema gefunden. Der wurde schon mit sehr viel Frust im Bauch geschrieben, trifft aber meiner Meinung nach die Situation vor Ort recht gut, auch wenn die Örtlichkeiten etwas durcheinander gebracht wurden.

Nun wieder zurück zum Thema. Nach dem Lager geht es hinunter zur Umgehungsstraße und zum ehemals schönen Kalderimi, der nach dem Bau der Umgehungsstraße größtenteils zerstört war und umständlich wieder restauriert wurde – bzw es wurde damit begonnen ihn wieder herzustellen. Dabei ist es bis heute geblieben. Der Weg ist immer noch eine Baustelle. Hier fängt man sowas nur an, um die Fördergelder zu kassieren und dann lässt man es sein – es braucht ja niemand!

Man kommt aber durch, bis zur „Sonnenuntergangs-Kapelle“:

Jetzt wurde es spannend, hat doch erst vor ein paar Tagen jemand von einer Möglichkeit geschrieben hinunter zur Umgehungsstraße zu kommen, nachdem der Garten für den ursprünglichen Umweg versperrt wurde.

Und tatsächlich, es geht ganz gut. Am Ende des Schotterwegs einfach geradeaus in Richtung Umgehungsstraße laufen und den Hang herunter. Das haben offensichtlich schon viele so gemacht und mit ein wenig Geschick ist es auch kein Problem.

Von oben:

Von unten:

Jetzt geht es auf der bekannten Tour 15 an einigen Kapellen vorbei, teilweise auf altem Kalderimi nach Vati und dann herunter zum Parkplatz am Wasser:

Besonders die bekannte Ruine der byzantinischen Doppelkapelle in Vati ist ein Foto wert:

04.09.2017 Drakei – Potami

Als letzte Unternehmung vor der Heimreise hat sich bei uns der Weg von Drakei nach Potami eingebürgert. Kerstin fährt Jakob und mich nach Drakei und fährt denn nach Potami. Wir treffen uns anschließend am Megalo Seitani und laufen am Abend zurück nach Potami.

Das war heute eine ganz normale Tour also, wäre da nicht die Robbe gewesen…

Schön, mal so nah eine zu erleben, auch wenn Sie noch klein war.

Hier die Bilder des Tages:

Die Attraktion war natürlich die Robbe am Strand – nicht nur für uns. Einige Besucher sind ihr für meinen Geschmack aber viel zu nahe gekommen, fasten sie an und schwammen sogar mit ihr. Idioten sterben leider so schnell nicht aus…

Danach beschweren sie sich wieder, dass sie gekratzt oder gebissen wurden – und die Robbe wird von noch größeren Idioten dann erschossen, weil sie den Tourismus behindert. Aber gut, es ist ja nichts passiert…

Die „Müllhöhle“ oberhalb des Megalo war wieder gut gefüllt, auch wenn der Strand überraschenderweise bis auf ein paar Camping-Utensilien und frisches Gemüse aufgeräumt aussah. Es waren an diesem Tag auch keine Camper vor Ort. Aufgrund des frischen Gemüses konnten sie aber nicht weit sein – oder sie wurden vertrieben und mussten Hals- über Kopf abreisen – was ich hier aber eigentlich ausschließe…

Egal, schön wars trotzdem mal ohne Camper!

03.09.2017 Pandroso und Ag. Nikolaos

Nach dem sehr anstrengenden Tag gestern, war heute eine „gemütliche“ Tour angesagt….

In Pandroso, hoch oben über Pirgos geht es los, immer weiter den Berg hinauf, der alten Beschilderung und den wenigen roten Punkten nach.

Am ulkigsten Taxistand der Insel vorbei…

Nun ja, Weg ausschneiden ist ja nicht wirklich gemütlich und eigentlich ist ein Besuch der Ag. Nikolaos Kapelle, die man schon von weitem auf ihrem Felsen thronen sieht, nicht wirklich entspannt, aber es blieb von den wichtigsten Touren, die noch dazu recht kurz sind, nicht soviel über…

Aber wir haben uns heute das zweite und schlimmste Stück des kleinen Weges gespart und sind gleich am ersten Schotterweg, den man kreuzt, in Richtung Ag. Nikolaos gelaufen. Da kommt man an zwei netten Kapellen vorbei:

Ich habe zwar lautstark gegrummelt, da ich so knapp vor dem Kavourni-Gipfel nicht abbiegen wollte, aber wenn ich mich an letztes Jahr erinnerte, als wir für die 300 Meter Luftlinie 2,5 Stunden brauchten, war es aufgrund der fortgeschrittenen Stunde sicher die richtige Entscheidung.

Hinter der Ag. Nikolaos geht noch ein mit roten Punkten markierter Weg weiter, der sich dann aber leider für uns in der Landschaft und im ehemals abgebrannten Gebiet verliert. Vielleicht haben wir ja das nächste Mal die Muße dies zu erkunden.

Danach geht es im weiten Bogen wieder nach Pandrosos zurück.

Zur Nachtspeise fuhren wir dann noch mal den kurzen und einsamen Weg nach Kalithea in die dortige Taverne.